Konzept

Der Kontaktstudiengang "Die Alevitische Glaubenslehre und der interreliogiose Dialog" richtet sich an Interessenten, die eine solide fachliche Grundausbildung über die alevitische Glaubenslehre anstreben und reflektierte Einblicke in die interreligiöse Zusammenarbeit in Deutschland erhalten möchten. Im Kontaktstudiengang wird ein breites Themenspektrum angeboten, das sich von der alevitischen Geschichte über die Glaubensgrundlagen bis zum alevitischen Leben in der Migration und zum interreligiösen Dialog erstreckt. Die Inhalte und Fragestellungen des Faches werden mit theologischen sowie religions- und kulturwissenschaftlichen Methoden verbunden. Die Absolventen der Fachrichung verfügen über fundierte wissenschaftliche, methodische und kommunikative Kompetenzen, die zum besseren Verständnis der alevitischen Glaubensinhalte und zum erfolgreichen Umgang mit religiöser Vielfalt in Deutschland qualifizieren.


Aufbau

Der Kontaktstudiengang ist modular aufgebaut und erstreckt sich über 3 Semester. Er umfasst 3 Module mit insgesamt 30 ECTS-Punkten (1 Semester á 10 ECTS-Punkte á 60 Lehrstunden). Die Veranstaltungen werden als Kompaktveranstaltungen am Wochenende stattfinden.


Inhalte

  • Alevitische Glaubenslehre und Glaubespraxis
  • Das Alevitentum und andere Religionen
  • Alevitische Terminologie und alevitische Grundquellen
  • Alevitische Geschichte
  • Interreligiöser Dialog in Deutschland
  • Alevitische Religionspädagogik


Organisation und Anforderungen

Die Fortbildung findet als Präsenzlehre am Samstag nachmittag und sonntags in ausgewählten Räumlichkeiten im Kölner Raum statt. Die Lehre ist methodisch vielfältig konzipiert, Inputs und gruppenbezogenen Aufgaben wechseln sich ab. Der Kurs erstreckt sich über 3 Semester.


Voraussetzungen

Voraussetzungen für die Zulassung zum Kontaktstudiengang "Die Alevitische Glaubenslehre und der interreligiöse Dialog" sind gute Deutsch- (mindestens Niveau C1 nach GER) und Türkischkenntnisse sowie eine Hochschulzugangsberechtigung.
Dazu zählen:

  • Abitur
  • Fachhochschulreife + 1 Jahr Berufserfahrung
  • Ausländische Hochschulzugangsberechtigung*
  • Ausländische Hochschulabschlüsse*
  • adäquater Abschluss gemäß § 58 LHG: Hochschulugang für Meister und sonstige hochqualifizierte Fortbildungsabschlüsse

* wird/ werden anerkannt. Eine übersetzte und beglaubigte Kopie ist erforderlich.


Abschlüsse

1. Teilnahmebescheinigung
Bei regelmäßiger Teilnahme und bestandenen Modulaufgaben erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine unbenotete Teilnahmebescheinigung.

2. Qualifiziertes Hochschulzertifikat
Wer eine Teilnahmebestätigung erhalten hat und den Zulassungsvorraussetzungen voll entspricht, kann durch Ablegen der insgesamt 3 Modulprüfungen ein qualifiziertes Hochschulzertifikat erwerben. Ein Hochschulzertifikat stellt einen eigenständigen Qualifikationsnachweis einer staatlichen Hochschule dar.


Aktuelles

Alevitinnen und Aleviten feiern Studienabschluss

Akademie der PH Weingarten bot erstmals Kontaktstudium an

Weingarten – Die ersten Absolventinnen und Absolventen des Kontaktstudiums „Alevitentum“ feierten im Dezember an der Pädagogischen Hochschule Weingarten ihren Abschluss. Die Verleihung der Zertifikate wurde mit einem bunten Festakt begangen.

Für die Alevitinnen und Aleviten in Deutschland war dies ein „historisches Ereignis“, wie Aziz Aslandemir, stellvertretender Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF) in seiner Festrede betonte. „An der Pädagogischen Hochschule Weingarten begann an der ersten Hochschule weltweit im Wintersemester 2013/14 (…) die universitäre Ausbildung von Lehrkräften für den Alevitischen Religionsunterricht in Form des Erweiterungsstudiengangs ,Alevitische Religionslehre/ -pädagogik‘“, erläuterte Aslandemir. Das Kontaktstudium sei ein weiterer Schritt, die akademische Auseinandersetzung mit der alevitischen Religionslehre für weitere Zielgruppen auch außerhalb des Lehramts zu öffnen. „Das Alevitentum hält dadurch endlich Einzug in die Forschung“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der AABF.

Alevitinnen und Aleviten in Deutschland

In Deutschland leben nach eigenen Angaben etwa 500.000 bis 800.000 Alevitinnen und Aleviten. Das Alevitentum ist am stärksten in der Türkei verbreitet und hat dort schätzungsweise 12,5 Millionen Anhängerinnen und Anhänger.

Kontaktstudium

Das dreisemestrige Kontaktstudium „Alevitentum“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Privatdozent Dr. Hüseyin Ağuiçenoğlu wurde im Sommersemester 2015 von der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der PH erstmals angeboten. 11 Absolventinnen und Absolventen erhielten auf der Feier das Zertifikat für den erfolgreichen Abschluss des berufsbegleitenden Studiums. Im Wintersemester 2016/17 startete bereits ein neuer Durchgang.

Buntes Festprogramm

Die weiteren Festredner Professor Dr. Werner Knapp, Rektor der PH Weingarten, und Dr. Lothar Kuld, ehemaliger Professor der PH, würdigten die Einrichtung des wissenschaftlichen Studienangebots im Bereich der alevitischen Theologie an der PH. Die Geschäftsführerin der AWW Roswitha Klepser hatte ein buntes Festprogramm organisiert: Die Damen der Alevitischen Kulturgemeinde Ravensburg sorgten für das leibliche Wohl. Mit Musik und Gesang erfreuten Alev Gök, Lale Kiris und Ugur Gürbas die Gäste. Die Feier endete mit einem Ausklang bei gutem Essen und Trinken und guten Gesprächen.